Projektbeschreibung

Das Projekt besteht aus vier Arbeitspaketen mit insgesamt 12 Teilprojekten, den Tasks.

Im ersten Arbeitspaket werden die Gründe für die gesellschaftliche Akzeptanz und Wahrnehmung von landwirtschaftlichen Tierhaltungsverfahren ermittelt. Außerdem wird untersucht, welche Formen und Praktiken der landwirtschaftlichen Tierhaltung einfacher und welche schwerer oder gar nicht akzeptiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen die heutige Nutztierhaltung wahrnehmen und welche Anforderungen sich aus der gesellschaftlichen Diskussion an die Tierhaltungsverfahren ableiten lassen. Aus dieser Zielsetzung ergeben sich drei Hauptfragen:

1. Welche grundlegenden Wirkungszusammenhänge führen zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Tierhaltungsverfahren?

2. Wie kann die gesellschaftliche Wahrnehmung der Nutztierhaltung beschrieben werden und welche Ansprüche an moderne Tierhaltungsverfahren hat die Gesellschaft?

3. Wie positionieren sich unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen (Verbraucher, Landwirte), wenn sie aufeinandertreffen und gemeinsam diskutieren?

Das zweite Arbeitspaket systematisiert und untersucht zum einen die vorhandenen Informationen über die landwirtschaftliche Nutztierhaltung sowie deren Wirkung. Zum anderen werden Hinweise für die zukünftige Entwicklung von Verbraucherinformationen abgeleitet. Die Zielsetzung lässt sich in vier Fragen aufteilen:

1. Wie stellen Medien und NGOs die landwirtschaftliche Nutztierhaltung dar?

2. Wie wirken unterschiedliche Darstellungsvarianten der Tierhaltungsverfahren auf die Wahrnehmung?

3. Welche Möglichkeiten und Grenzen bieten Label für die Verbraucherinformation?

4. Wie kann die Vertrauenswürdigkeit von Organisationen erklärt werden?

Im dritten Arbeitspaket dreht sich alles um die ökonomischen Auswirkungen von obligatorischen und/oder freiwilligen Tierschutzstandards. Hier werden vor allem die Produzenten und Landwirte, der Handel und die Verbraucher betrachtet. Was motiviert oder hemmt die Akteure, Produkte mit strengeren Tierschutzstandards zu produzieren, in das Sortiment aufzunehmen bzw. zu kaufen? Hier ergeben sich drei Hauptfragen:

1. Wie bewerten Landwirte die Tierschutzstandards und gibt es Diskrepanzen zwischen geäußerter Einstellung und tatsächlichem Verhalten (Attitude Behaviour Gap)?

2. Wie bewertet der Handel die Tierschutzstandards und welche Anreize für den Absatz von Produkten mit höheren Tierschutzstandards bestehen?

3. Welche Kaufmotive und Zahlungsbereitschaften gibt es für Produkte, die unter höheren Tierschutzstandards erzeugt werden?

Das vierte Arbeitspaket befasst sich mit der Frage, wie sich die ermittelten Verbraucheransprüche an die landwirtschaftlichen Tierhaltungsverfahren in der Praxis umsetzen lassen. Außerdem wird untersucht, wie die Akteure innovative Tierhaltungsverfahren bewerten, die von anderen Forschungsgruppen entwickelt werden. Hier ergeben sich zwei generelle Fragen:

1. Welche Zielkonflikte bestehen hinsichtlich der Ansprüche von Verbrauchern und Gesellschaft an die Nutztierhaltung, und wie kann mit diesen Zielkonflikten umgegangen werden?

2. Wie bewerten die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen die Optionen innovativer Tierhaltungsverfahren?