Erfassung der Darstellung von Tierhaltungsinformation durch Medien und NGOs (Task 2.1)

1. Zielsetzung

  • Identifikation der Akteure und Meinungsbildner sowie besonders konfliktbehafteter Themen                                                                                                                                                                    
  • Analyse der unterschiedlichen Darstellung der Tierhaltungssysteme nach Tierart, Akteur und Medium
  • Aufdecken vorherrschender Argumentationsmuster (Argumentarium)
  • Frameanalyse

2. Vorgehensweise

Grundlage der quantitativen Medieninhaltsanalyse ist eine quotierte Stichprobe von Beiträgen aus überregionalen und regionalen Tageszeitungen, der landwirtschaftlichen Fachpresse sowie Publikationen von deutschen Tierschutzorganisationen, die im Zeitraum 2010 bis 2015 erschienen sind. Diese werden nach einem Kategoriensystem inhaltsanalytisch ausgewertet (codiert). Die Kategorien bilden sogenannte Frame-Elemente (Bild- und Textelemente) ab, aus denen mittels Clusteranalyse die vorherrschenden Medienframes der Berichterstattung über Nutztierhaltung empirisch herausgearbeitet werden. Parallel dazu werden auch langfristig relevante Fernsehbeiträge aus Online-Mediatheken untersucht. Anschließend werden die Ergebnisse in Experteninterviews mit Vertretern der Landwirtschaft, Politik, NGOs und Presse validiert und zur Diskussion gestellt. In einem weiteren Schritt werden für die Frames charakteristische Texte und die dazugehörigen Bilder einer qualitativen Diskursanalyse unterzogen. So werden konfliktbehaftete Themen der Tierhaltung herausgestellt und die dazu gehörigen Positionen der Medien sowie der Akteure offengelegt. Außerdem werden spezifische Aussagen als Bezugssystem für ein „wünschenswertes“ Tierhaltungssystem aus Sicht der jeweiligen Akteure herausgearbeitet.

3. Daten und Methoden

Für die Charakterisierung der Medienberichterstattung werden zum einen die Methode der quantitativen Medieninhaltsanalyse und der Ansatz des Medien-Framings verwendet. Ergänzend werden zusätzliche Daten mittels Experteninterviews erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet.

4. (vorläufige) Ergebnisse

Ergebnisse aus der quantitativen Medieninhaltsanalyse werden Ende des Jahres 2016 verfügbar sein, Ergebnisse der Experteninterviews und der Diskursanalyse Ende 2017. Die Auswertung der Häufigkeit der bisher ermittelten relevanten Artikel zeigt, dass die Nutztierhaltung im Untersuchungszeitraum stetig thematisiert wird und in den letzten Jahren tendenziell zugenommen hat, sowohl in den allgemeinen Printmedien, insbesondere jedoch in der Fachpresse.

5. Vernetzung mit folgenden anderen Tasks bzw. Teilprojekten

Die Analyse der medialen Darstellung sowie der Kommunikation von NGOs erlaubt Hinweise auf die gesellschaftliche Wahrnehmung der Tierhaltung und ergänzt die Ergebnisse des Task 1.3. Zusätzlich zu Task 1.1 liefert dieser Task somit Ansätze zum Verständnis der Akzeptanz der Tierhaltung. Die Identifikation typischer Bilder und sprachlicher Ausdrücke dient ebenfalls als Input für Task 2.2.

6. Ansprechpartner

Fachhochschule Südwestfalen, Soest, Fachbereich Agrarwirtschaft

7. Beteiligte Partner

  • Thünen-Institut für Marktanalyse, Braunschweig
  • Privates Forschungs- und Beratungsinstitut für angewandte Ethik und Tierschutz INSTET gGmbH, Berlin

8. Veröffentlichungen oder weitere Links

Erste Veröffentlichungen werden für Ende 2016 erwartet.