Bewertung innovativer Konzepte als Dienstleistung für die weiteren Forschungsfelder (Task 4.2)

 

Übergeordnete Zielsetzung

  • Beurteilung innovativer Tierhaltungsverfahren durch die Gesellschaft
  • Beantwortung der Frage, inwieweit Innovationen die Erwartungen der Verbraucher erfüllen 
  • Identifizierung geeigneter Kommunikationsmittel für diese Innovationen

 

Zwei Kooperationen:

 

4.2.1 Kooperation mit dem Projekt „Geflügelhaltung neu strukturiert – Integration als Maßnahme zum Tierschutz“ (koordiniert durch Prof. Dr. Silke Rautenschlein, TiHo Hannover)

1. Zielsetzung

  • Beantwortung der Fragestellung, ob der Gesellschaft das Problem spezieller Züchtungsformen für die Mast und Eierproduktion bewusst ist und, inwieweit sie das für sich als Problem wahrnimmt
  • Identifizierung der Förder- und Hemmfaktoren für Landwirte bei einer Umstellung auf die Haltung des Zweinutzungshuhns
  • Identifizierung der ausschlaggebenden Aspekte bei der Gesellschaft und den Landwirten für die Akzeptanz der neuen Rasse
  • Entwicklung einer Strategie für eine erfolgreiche Produkteinführung

2. Vorgehensweise

In Gruppendiskussionen und einer standardisierten Befragung wird untersucht, ob der Gesellschaft das Problem spezieller Züchtungsformen für die Mast und Eierproduktion bewusst ist und, inwieweit sie dies für sich als Problem wahrnimmt. Zudem wird ermittelt, wie das Konzept des Zweinutzungshuhns aufgenommen wird und welche eventuellen Einwände bestehen. Weiterhin wird festgestellt, was die Akzeptanz für die neue Rasse ausmacht und was sie womöglich hindert. Auch seitens der Landwirte und des Handels werden Förder- und Hemmfaktoren identifiziert, wenn es darum geht, auf die Haltung des Zweinutzungshuhns umzustellen oder Produkte von diesem einzuführen. Schließlich wird eine geeignete Kommunikationsstrategie zur Informationsvermittlung entwickelt, um eine erfolgreiche Produkteinführung zu ermöglichen.

3. Daten und Methoden

Aufbauend auf mehreren Gruppendiskussionen in verschieden Regionen sollen in Form einer standardisierten Befragung die Kaufmotive und die Einstellung der Gesellschaft untersucht werden. Um das Potenzial von Produkten des Zweinutzungshuhnes abzuschätzen, werden die Präferenzen und die Zahlungsbereitschaft durch Choice-Experimente untersucht. Mit Hilfe von Einzelinterviews mit Landwirten sollen fördernde und hemmende Faktoren für die Umstellung auf die Haltung des Zweinutzungshuhnes analysiert werden. Weiterhin wird in Einzelinterviews mit Vertretern von Handelsunternehmen untersucht, welche Motivation bzw. Hemmnisse bei der Einführung von Zweinutzungshuhn-Produkten bestehen.

4. (vorläufige) Ergebnisse

Im Januar und November 2016 wurden in den Hochschulmensen in Hannover Zweinutzungshähne als halbe Brathähnchen und in Form von Hühnerfrikassee verkauft. Begleitend wurde eine schriftliche Befragung durchgeführt:

  • Insgesamt wurde der Hahn der Zweinutzungslinie etwas besser bewertet als der Hahn der Legehennenlinie.
  • Beim Geschmack, der Konsistenz und der Fleischfarbe waren keine deutlichen Unterschiede erkennbar.
  • Die Fleischmenge und das Aussehen sind Aspekte, mit denen der Zweinutzungshahn punkten kann.
  • Es zeigte sich keine eindeutige Präferenz für eine Zubereitungsart.

Im Juni 2016 wurden sechs leitfadengestützte Gruppendiskussionen (jeweils zwei in Cloppenburg, Berlin und München) mit Konsumenten von Hühnchenfleisch und Eiern durchgeführt. Dabei wurde über Konsumgewohnheiten, die Haltung von Legehennen und Masthühnchen, die Alternativen zum Kükentöten und die Vor- und Nachteile des Konzeptes Zweinutzungshuhn diskutiert:

  • Die Thematik des Kükentötens war den Diskutanten bekannt und sorgte für Empörung.
  • Alternativen waren allerdings selten bekannt.
  • Das Konzept des Zweinutzungshuhns wurde positiv aufgenommen.
  • Der Begriff „Zweinutzungshuhn“ sorgte für Verwirrung und wurde als ungeeignet empfunden.
  • Wichtigste Kaufbedingung wäre eine verbesserte Haltung der Hühner.

5. Vernetzung mit folgenden anderen Tasks bzw. Teilprojekten

Die Ergebnisse des Tasks 3.2 (Bewertung der Tierschutzstandards durch den Handel, Untersuchung des Handlungsspielraums des Handels, um Anreize für den Absatz von Produkten zu fördern) dienen als Grundlage für die Einzelinterviews mit Handelsunternehmen. Task 3.1 (Bewertung der Tierschutzstandards durch Landwirte und Analyse des Attitude Behavior Gap) wird erste wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Motivation und Hemmnisse für die Landwirte liefern.

6. Ansprechpartner

Thünen-Institut für Marktanalyse, Braunschweig

7. Beteiligte Partner

  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Privates Forschungs- und Beratungsinstitut für angewandte Ethik und Tierschutz INSTET gGmbH, Berlin

8. Veröffentlichungen oder weitere Links

Brümmer N., Christoph-Schulz I., Rovers A. (2016): Wie schmeckt das Zweinutzungshuhn? DGS (48):35-38.

Einen Überblick zum Projekt "Geflügelhaltung neu strukturiert - Integration als Maßnahme zum Tierschutz" finden Sie auf S. 26/27 der Zeitschrift TiHo Anzeiger, Ausgabe Nr. 4, Dez. 2015 (Hochschulmagazin der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover).

 

 

4.2.2 Kooperation mit dem Projekt „Einfluss verschiedener Abferkel- und Aufzuchtsysteme auf Tierwohl, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit in der Schweinehaltung – ein interdisziplinärer Ansatz“ (koordiniert durch Prof. Joachim Krieter, Uni Kiel)

1. Zielsetzung

  • Beantwortung der Frage, inwieweit das Problem der Verluste bei der Ferkelaufzucht in der Gesellschaft bekannt ist
  • Erfassung der gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen an Ferkelaufzuchtsysteme
  • Bestimmung der Förder- und Hemmfaktoren für Landwirte bei einer Umstellung auf alternative Abferkel- und Aufzuchtsysteme
  • Weiterentwicklung bestehender Kommunikationsmaßnahmen

2. Vorgehensweise

Zu Beginn wird untersucht, inwieweit Verluste bei der Ferkelaufzucht von der Gesellschaft wahrgenommen werden und ob diese als problematisch angesehen werden. Weiterhin wird eine standardisierte Befragung dazu beitragen, Einstellungen und Kaufmotive der Gesellschaft zu identifizieren. Darüber hinaus werden Landwirte zu Abferkel- und Aufzuchtsystemen befragt und daraufhin Förder- und Hemmfaktoren für Veränderungen dieser Systeme identifiziert. Abschließend sollen bestehende Kommunikationsmaßnahmen überprüft und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

3. Daten und Methoden

Die gesellschaftliche Wahrnehmung und die Erwartungen an Abferkel- und Aufzuchtsystemen sollen mittels Gruppendiskussionen oder Einzelinterviews untersucht werden. Darauf aufbauend wird eine standardisierte Befragung zum Einsatz kommen, die unter anderem mithilfe von Auktionsexperimenten die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher ermittelt. Zusätzlich werden gesellschaftliche Gruppen identifiziert. Die Befragung der Landwirte wird in Form von Einzelinterviews durchgeführt. Des Weiteren werden Labor- und Feldexperimente zur Untersuchung von Marketingframes eingesetzt.

4. (vorläufige) Ergebnisse

Bisher sind keine Ergebnisse vorhanden.

5. Vernetzung mit folgenden anderen Tasks bzw. Teilprojekten

Aufbauend auf den Ergebnissen von Task 2.2 (Wirkung unterschiedlicher Darstellungsvarianten der Tierhaltungsverfahren auf die Wahrnehmung) und 2.3 (Möglichkeiten und Grenzen für die Verbraucherinformation durch Label) werden verschiedene Marketingframes untersucht.

6. Ansprechpartner

Thünen-Institut für Marktanalyse, Braunschweig

7. Beteiligte Partner

  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Fachhochschule Südwestfalen, Soest
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Technische Universität München
  • Zeppelin-Universität Friedrichshafen
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Privates Forschungs- und Beratungsinstitut für angewandte Ethik und Tierschutz INSTET gGmbH, Berlin

8. Veröffentlichungen oder weitere Links

noch keine